Krötenzäune

Von den Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Wer­k­statt-Treffs wer­den seit 1990 Krö­ten­zäu­ne in Zusam­men­ar­beit mit dem BUND auf­ge­stellt und betreut. Finan­ziert wird die Akti­on von der Regi­on Han­no­ver dem Fach­be­reich Umwelt.

Wenn die Tem­pe­ra­tu­ren zwei­stel­lig wer­den und der Früh­ling lockt, kom­men die Krö­ten aus ihren Erd­lö­chern und wan­dern instink­tiv zu dem Gewäs­ser in dem sie gebo­ren sind. Häu­fig über­que­ren die Krö­ten dabei viel befah­re­ne Stra­ßen. Um die Tie­re vor Scha­den bei die­ser Stra­ßen­über­que­rung zu bewah­ren und damit auch gefähr­li­che Unfäl­le zu ver­hin­dern, wer­den Krö­ten­zäu­ne errich­tet. Die­se Krö­ten­zäu­ne wer­den nur zur Haupt­wan­de­rung im Früh­jahr auf­ge­stellt und nach der Wan­de­rung wie­der abge­baut. Die wie­der zurück wan­dern­den Krö­ten und auch Jung­tie­re wer­den nicht geschützt.

In der Regel wer­den jedes Jahr meh­re­re Krö­ten­zäu­ne vom Wer­k­statt-Treff Meck­len­hei­de gebaut:

Die Krö­ten­zäu­ne wer­den ca. 10 cm tief in das Erd­reich par­al­lel zur Stra­ße ein­ge­gra­ben. In einem Abstand von ca. 20 m wer­den Eimer eben­erdig und bün­dig an den Zaun in den Boden ein­ge­bracht. In die­se Eimer „fal­len” die Krö­ten, wenn sie instink­tiv zu ihrem Laich­ge­wäs­ser wan­dern (und dabei die Stra­ße über­que­ren). Dabei ist häu­fig zu beob­ach­ten, dass sich die Krö­ten­männ­chen auf dem Rücken der Weib­chen fest­klam­mern und so genann­te „Klam­mer­paa­re” bil­den. Dies ist wahr­schein­lich die bes­te Mög­lich­kei­ten die männ­li­chen Kon­kur­ren­ten abzu­weh­ren. Es gibt immer wie­der mehr männ­li­che Krö­ten als weibliche.

Die Krö­ten wer­den dann von Mit­ar­bei­te­rIn­nen des BUND bzw. des NABU Regi­on Han­no­ver früh­mor­gens aus den Eimern gesam­melt und regis­triert (Anzahl, Art, Geschlecht) und in das Laich­ge­wäs­ser auf der gegen­über lie­gen­den Stra­ßen­sei­te getra­gen. Damit die Krö­ten in den Eimern bis zu die­ser Zeit nicht z. B. von Krä­hen gefres­sen wer­den und vor Aus­trock­nung geschützt sind, wird in die Eimer etwas Laub gepackt. Spitz­mäu­se, die auch mit in die Eimer fal­len, wür­den ver­hun­gern und ver­durs­ten, wenn sie nicht über einen Stock, der in jedem Eimer liegt, flüch­ten könn­ten. Zusätz­lich sind die Eimer mit Löchern im Boden ver­se­hen, damit die Eimer durch Regen nicht voll laufen.

Die­se Dienst­leis­tun­gen kön­nen von öffent­li­chen und sozia­len Ein­rich­tun­gen und vor allem von sozi­al benach­tei­lig­ten Men­schen in Anspruch genom­men werden.


Zu den ers­ten Arbei­ten gehört das Frei­schau­feln einer tie­fen Rin­ne in den Boden. Die aus­ge­ho­be­ne Erde wird wie­der zum Befes­ti­gen des Zau­nes im Boden gebraucht.


Der Zaun muss über die Län­ge gespannt wer­den und gut im Erd­reich ver­senkt werden.


An Stä­ben wird der Zaun befes­tigt. Dadurch wird er auf­recht gehal­ten und erhält Sta­bi­li­tät gegen den Fahrt­wind von zu schnell fah­ren­den LKWs.


Sorg­fäl­tig müs­sen die Eimer eben­erdig und bün­dig mit dem Zaun ein­ge­gra­ben werden.