Es gibt unterschiedliche Arten von Retro-Gamern: die Sammler, die Spieler, die Begeisterten, und den Hehler. Hier werden ein paar davon vorgestellt, an Hand von Beispielen von denen ich was weiß.
Der SammlerPat Contri, der „NES Punk“ aus New Jersey.
Homepage:
http://thepunkeffect.com“Why do I even have this?†– Pat’s Sammlungsvideos
Ein Sammler ohne Gleichen. Er hat wahrscheinlich jedes NES-Spiel, das jemals in den USA veröffentlicht wurde, und noch ein paar mehr. In seinen Videos, in denen er seine Sammlung vorstellt, fragt er sich selber: „Warum hab ich das eigentlich?“ Das wüssten wir auch gern, Pat.
Bei Retroware stellt er vorwiegend NES-Spiele vor, aber auch andere, die er für interessant oder erachtenswert hält. Er gibt stets ehrliche Meinungen von sich, zerreißt die schlechten und lobt die guten. Seine Sendung ist zudem recht amüsant anzusehen, denn er übertreibt regelmäßig ein bisschen.
Seine Sammlung ist enorm. Als Retroware die Idee hatte, dass die Leute ihre Sammlungen vorstellen, brauchte er dazu 7 Einzelvideos. Er hat zu viel Zeug, gibt er selber zu. Diese Art von Gamer ist beinahe krankhaft.
Der SpielerStefan Brederecke, der „Tank“ aus Hannover.
Homepage: keine
„Oooh, [Spiel, das ich schon lange nicht mehr gespielt habe]. Geil. Wenn’s günstig, ist…..“ – Ich, jedes Mal, wenn ich auf dem Flohmarkt was finde.
Diese Art von Gamer ist die „normale“ Art: er holt sich alte Systeme und Spiele, um sie zu spielen, nicht weil sie selten und/oder wertvoll sind. Generell auf Flohmärkten und An-und Verkauf-Läden zu finden, stets irgendwie zur Hälfte in Grabbelkisten.
Ich mache mir keine Illusionen: Demo-Kioske wie RetroLiberty oder Pat sie finden, da komme ich nicht dran. Will ich auch gar nicht, dafür fehlt mir der Stauraum.
Der HistorikerNorman Caruso
Homepage:
http://thegaminghistorian.comEr stellt älteres vor: Systeme, mehrteilige Spielereihen, merkwürdiges Zubehör… Er versucht halt eben, altes Interessant zu machen. Und er kann es viel besser als ich, obwohl das keine große Kunst ist.
Der Begeisterte„Roo“, Mitglied beim Clan of the Gray Wolf
Homepage:
http://clanofthegraywolf.comEr ist bekannt für mehrere Sendungen auf Retroware: 16-bit Gems, in der er unerkannte Spiele vorstellt, vorwiegend auf Super Nintendo oder Sega MegaDrive (daher der Name der Sendung). Zudem leitet er die Sendung „The Way Games Work“, in der fundiert erklärt, wie verschiedene Technologien funktionieren, z.B. der 3D-Bildschirm des Nintendo 3DS oder wie die Wiimote ihr Waggle kann.
Er stellt stets alles mit Humor dar, damit die Materie nicht zu trocken rübergebracht wird; man will ja begeistern und informieren, nicht einschläfern.
Der Hehler“Ich check das mal auf eBay, dann sag ich dir, was es kostet….“ – so ziemlich jeder Hehler.
Achtung, Feindbild: dies sind die Kerle mit dem großen Stand voller Games, die man auf Flohmärkten findet. Ihre Preise sind völlig überzogen und ihnen geht es nur ums Geld. Man erkennt sie daran, dass sie gleich bei Beginn des Flohmarkts drüber schlendern, immer mit dem Smartphone in der Hand. Sie kaufen Spiele für die üblichen Spottpreise an, ziehen sich den höchsten Sofort-Kaufen-Preis bei eBay raus, setzen nochmal 10-25% drauf und verkaufen die Spiele weiter. Sie ruinieren den Markt für den ehrlichen Spieler oder Sammler. Und leider Gottes ist ihre Taktik legal. Geschmacklos, aber legal.
Ein Tipp: Bei diesen Typen nicht einkaufen. Will jemand bei dem Kaufen (oder gar nur Gucken), haltet die Person auf. Irgendwann gibt der Hehler auf und verlässt den Flohmarkt. Dann ist die Luft gleich viel reiner, und mit Glück ist der Kerl beim nächsten Mal nicht mehr da. Aber wohl eher doch. Denn es gibt immer Idioten, die bei ihm kaufen. *Seufz*
Leider sind diese Seiten allesamt auf Englisch. Hat was damit zu tun, dass in den USA tatsächlich Begeisterung dafür gibt. Hierzulande leider nicht.
Dies sind ein paar der Arten von Retro-Gamern. Beim nächsten Mal fange ich an, Spiele vorzustellen, hauptsächlich die, die ich mal gespielt habe.