Far Cry 3 (29. November 2012)Bild – Coverhttp://stevivor.com/wp-content/uploads/2012/12/far-cry-3-cover.jpg
Bild – Grafikhttp://www.ingame.de/files/2012/09/Far-Cry-3-uncut.jpgYou Tube – Introhttp://www.youtube.com/watch?v=nf1mVnjlHuYYou Tube – Gameplayhttp://www.youtube.com/watch?v=Jdnwn_1jKb0Zitate:„Der beste Shooter der letzten Jahre!“ – 92%
(GIGA)
„So muss ein Open-World-Shooter im Jahr 2012 sein!“ – 88%
(M!Games)
„Wunderbar. Traumhaft. Tolle Kulisse.“ - 88%
(Gamestar)
Allgemeines:„Far Cry 3“ ist ein „Open-World-Ego-Shooter“ aus dem Hause „Ubisoft“, der in Deutschland ungeschnitten erschienen ist.
Wer das Spiel auf dem PC nutzen und in hoher Qualität genießen möchte, der sollte besser einen sehr leistungsstarken PC sein Eigen nennen, denn die Systemvoraussetzungen für „Far Cry 3“ sind wirklich nicht zu verachten.
Dank der verschiedenen Schwierigkeitsgrade kann man seine Herausforderung personalisieren und auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sollte das Spiel auch für geübte Spieler nicht zu leicht geraten sein.
Die Welt von „Far Cry 3“ hat einiges zu bieten: Militärbasis, Häfen, Städte, Außenposten, Inseln, Tempel, Strände, Gebirgsketten und jede Menge dichte Vegetation bieten einiges an Abwechslung.
Durch so genannte „Schnellreisepunkte“ kann man außerhalb der Missionen jederzeit zu beliebigen, bereits auf der Karte frei geschalteten Orten reisen, was einem einiges an Zeit und Nerven spart, wenn man gerade einmal nicht die Muße haben sollte, sich zu Fuß oder per Auto fortzubewegen.
Handlung:Jason Brody und seine Freunde befinden sich mitten im Urlaub auf einer scheinbar paradiesischen Insel, als sie plötzlich vom Boss einer Piratenbande entführt und an unterschiedliche Orte auf der Insel gebracht werden.
Jason gelingt gemeinsam mit seinem Bruder die Flucht aus dem Käfig, in dem die beiden gefangen waren, jedoch stirbt sein Bruder während dieses Fluchtversuchs. Auch Jason kann nur sehr knapp entkommen und hat fortan nur noch drei Ziele vor Augen: Seine Freunde zu retten, den Tod seines Bruders zu rächen und gemeinsam mit seinen Freunden lebend die Insel zu verlassen. Ob ihm all dies gelingen wird? Man darf gespannt sein.
Jason trifft nach seiner Flucht auf die „Rakyat“, eine Gruppe von Rebellen, die Jason bereitwillig in ihrer Mitte aufnimmt. Man verspricht sich, einander gegenseitig zu helfen.
Doch um nicht zu spoilern, verrate ich an dieser Stelle nicht noch mehr zur Geschichte, welche Wendungen sie nimmt und natürlich wie es ausgeht.
Charaktere:Außer der eigenen Spielfigur sind eigentlich nur noch Vaas und seine Schwester Citra detailliert als Persönlichkeit skizziert, alle anderen Charaktere spielen aber auch keine besonders große und somit erwähnenswerte Rolle in diesem Spiel.
Vaas ist für mich das Highlight in „Far Cry 3“. Er wirkt auf der einen Seite völlig durchgeknallt, aber auf der anderen Seite auch richtig cool und für das was er darstellt und was er tut, auch wieder recht normal und beherrscht. Das klingt jetzt sicherlich teilweise sehr widersprüchlich, aber genau so habe ich eben beim erstmaligen Durchspielen empfunden und vielleicht geht es ja auch euch so, wenn ihr es spielt oder sogar bereits gespielt habt?
Ich finde es generell toll, da es in meinen Augen leider recht selten der Fall ist, wenn der Bösewicht hochinteressant gezeichnet ist und nicht zwingend immer die typischen Klischees bedient.
Ich hätte mir sogar gewünscht, dass man einen Modus frei schalten könnte, wo man das Spiel aus der anderen Sicht heraus spielt, also als Vaas.
Außenposten:Über die Insel verteilt findet man viele Außenposten, die von den Piraten besetzt sind, um die gesamte Insel zu kontrollieren. Man kann diese Außenposten erobern und damit das Kräfteverhältnis zwischen Piraten und Rebellen immer weiter zu seinen Gunsten zu verschieben.
Wie man die Außenposten erobern will, bleibt einem dabei selbst überlassen. Wenn es einem gelingen sollte, alle Gegner auszuschalten ohne dabei gesehen zu werden und einen Alarm ausgelöst zu haben, bekommt man dafür mehr Erfahrungspunkte, mal abgesehen davon, dass der Perfektionist in einem das entsprechende Glücksgefühl genießt, wenn es einem einmal mehr auf diese Art und Weise gelungen ist, einen Außenposten unter seine Kontrolle zu bringen.
Oft befindet sich auf dem Areal auch ein Käfig, in dem ein Tier eingesperrt ist. Gelingt es einem, lautlos und unbemerkt den Käfig aus der Entfernung zu öffnen, entkommt das Tier und nimmt einem, wenn es optimal läuft, einiges an Arbeit ab. Wenn man eine große Raubkatze oder einen Bären auf die Gegner loslässt, kann das gut und gerne schon 3-6 Opfer zur Folge haben. Man kann aber auch die Umgebung absuchen und wenn man ein gefährliches Tier findet, versuchen dieses in den Außenposten zu lotsen.
Die Außenposten sind unterschiedlich groß und auch unterschiedlich stark bewacht. Während manche sehr schnell und leicht zu erobern sind, gleichen andere fast schon einer streng bewachten Festung. Scharfschützen in hoher und alles überblickender Position, schwer gepanzerte Soldaten und einige strategisch günstig verteilte Alarmknöpfe können einem die Aufgabe tatsächlich extrem erschweren.
Sobald der Außenposten unter der eigenen Kontrolle steht, kann man dort abspeichern, findet man einen Shop vor, kann den Ort zur Schnellreise nutzen und es trifft schnell Verstärkung ein, die den Außenposten schützt und die nähere Umgebung sichert.
Tiere, menschliche Gegner und Kämpfe:Die menschlichen Gegner reagieren absolut glaubwürdig und auch intelligent. Sie suchen Deckung, rufen nach Verstärkung, suchen organisiert nach einem, bemerken gefallene Kameraden und besetzen auch, wenn denn vorhanden, eine freie Maschinengewehrstellung.
Man kann sich von hinten lautlos an seine Gegner heranschleichen und diese per „Takedown“ ausschalten. Zuvor kann man, wenn man denn will, sie noch ein paar Meter mit sich her schleifen und sie an einer weniger auffälligen Stelle eliminieren. Wer es jedoch weniger elegant mag, der kann natürlich auch die aggressive Variante wählen und mutig versuchen, alles niederzumetzeln, was dumm genug ist, sich in seinen Weg zu stellen.
Die Tierwelt auf der Insel ist mannigfaltig und teilweise extrem gefährlich. Wenn man durch hohes Gras läuft und plötzlich unerwartet und von hinten von einer großen Raubkatze angegriffen wird, sollte man hoffen, dass man eine starke Waffe im Gepäck hat und noch schnell genug reagieren kann, bevor man selbst den Bildschirmtod erleidet.
Erlegte Tiere können gehäutet werden. Daraus kann man dann entweder nützliche Gegenstände herstellen oder sie gegen etwas Bares verkaufen.
Die Tiere sehen allesamt gut und realistisch aus und es macht generell großen Spaß, sich als Jäger seine Zeit zu vertreiben.
Waffen:Das freischaltbare Waffenarsenal ist sehr groß und reicht von der einfachen Pistole bis hin zur Panzerfaust. Die Waffen können auch verbessert oder sogar von der Optik her individualisiert werden. Außerdem gibt es einen Bogen, der vor allem bei der Jagd als lautlose Waffe sehr nützlich sein kann und zudem auch Munition für die Feuerwaffen spart.
Fähigkeiten, herstellbare Gegenstände, Aufleveln & Co.:Wenn man wie ich auch so häufig mal keine Lust hat, sich einer der nächsten Story-Missionen anzunehmen, dann gibt es nicht nur viele Nebenmissionen, die man absolvieren kann, sondern auch jede Menge „Sammelmissionen“, wie ich sie mal nennen möchte.
Zu den Nebenmissionen gehören beispielsweise verschiedene Jagdaufgaben, Prüfungen der Rakyat oder Autorennen.
Sammeln kann man insgesamt 120 Relikte, 20 Verlorene Briefe und 20 Speicherkarten.
Da man für das Finden all dieser auch Erfahrungspunkte erhält, lohnt es sich durchaus, bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Spiel einige Stunden am Stück darin zu investieren, möglichst viel davon zu finden.
Es ist teilweise auch eine ziemlich große Herausforderung, denn nicht sonderlich selten sind die Sachen an schwer zugänglichen Orten zu finden, was einen schnell vor gewisse Probleme stellen kann und das, obwohl man die Fundorte der Sammelobjekte ja nach und nach auf der Karte frei schaltet. Tatsächlich war ich manches Mal ziemlich irritiert und mit meinem Latein am Ende, da ich trotz allem keine Idee hatte, wo sich das aktuelle Objekt meiner Begierde befindet und wie ich es finden kann.
Man könnte aber auch ebenso Zeit darin investieren, möglichst schnell die Insel „sicherer“ zu machen. Dies gelingt einem dadurch, dass man Außenposten erobert. Wenn einem das gelungen ist, ist die Wahrscheinlichkeit nämlich deutlich geringer, dass man in der näheren Umgebung auf Gegner trifft.
Oder man aktiviert die Funktürme, mit denen man beispielsweise gratis neue Waffen im Shop frei schaltet.
Man sollte sich das wirklich gut überlegen, auch wenn einen verständlicherweise die Story-Missionen in den Fingern jucken sollten. Auf jeden Fall macht man sich das Leben in „Far Cry 3“ wesentlich einfacher, wenn man vieles abseits der Story gleich in den ersten Stunden erledigt.
Über die gesamte Spielwelt verteilt findet man allerhand Brauchbares. Von Pflanzen, aus denen man nützliche Spritzen mit verschiedener Wirkung herstellen kann, über verkaufbare Gegenstände bis hin zu Munition.
Waffen lassen besiegte Gegner zurück, deren Leichen man auch nach weiteren nützlichen Gegenständen durchsuchen kann.
Wenn man immer mit offenen Augen durch die Spielwelt läuft und fährt und immer wieder fleißig Sachen verkauft, dann wird man nur sehr schwer einmal in Nöte kommen, dass einem Geld oder Munition ausgegangen sind.
Lautloses Töten und Unauffälliges Verhalten wird im Spiel übrigens prinzipiell durch eine erhöhte Anzahl an Erfahrungspunkten belohnt.
Die Erfahrungspunkte kann man in viele verschiedene Fähigkeiten investieren, die mehr oder weniger nützlich sind und nach und nach anwählbar sind. Durch die Auswahl dieser kann man seinen bevorzugten Spielstil konsequent verbessern.
Kritikpunkte:Was ich vor allem kritisieren würde, ist, dass man zu Beginn des Spiels viel zu wenig über seine Freunde erfährt, die es ja schließlich zu retten gilt. Man erfährt durch eine kurze Sequenz im Intro, wer dazu gehört und was passiert ist und auch ein wenig im persönlichen Gespräch mit Vaas, dem Boss der Piratenbande, die uns entführt hat.
Ansonsten gibt es im Menü nur noch ein paar eher belanglose Zeilen über die einzelnen Charaktere zu lesen.
Das wirkte auf mich sehr uninspiriert. Hier hätte man einfach mehr über seine virtuellen Freunde erfahren müssen, möglicherweise sogar einen Epilog mit ihnen spielen können. Dadurch wäre die emotionale Verbundenheit erzeugt worden, die als Grundlage für die „Rettungs-Mission“ gedient und das Spielerlebnis meiner Meinung nach noch authentischer gestaltet hätte.
Die persönliche Entwicklung von Jason Brody zu einer Tötungsmaschine hin ist natürlich stark überzeichnet, aber wir sprechen hier von einem Unterhaltungsmedium. Was haben wir nicht schon alles in der Vergangenheit in Film, Serie und Videospiel erleben dürfen, was entweder unmöglich oder zumindest nicht gänzlich glaubhaft war?
Da ich von langen Spielzeiten wie beispielsweise in „Final Fantasy“ verwöhnt bin, stimmt es mich natürlich immer wieder aufs Neue traurig, wenn eben fast alle anderen Spiele recht schnell vorbei sind. „Far Cry 3“ ist da zwar nicht ganz so schlimm wie manch anderer Titel, aber wenn man alleine die Story-Missionen betrachtet, hätte das Spiel gerne auch doppelt so lang ausfallen können.
Was mir auch negativ aufgefallen ist, ist, dass es leider nicht viele verschiedene Gesichter zu sehen gibt. Schnell fällt einem auf, dass man Gesicht „A“ und „B“ doch schon mal ganz woanders gesehen hat. Das geht in der heutigen Zeit nun wirklich auch anders!
Leider gehen auch die Synchronstimmen nicht mit den Lippenbewegungen der Charaktere einher.
Alles in allem also einige Punkte, die nicht wirklich perfekt umgesetzt wurden, aber weder einzeln noch insgesamt betrachtet dafür gesorgt haben, dass ich das Spiel wesentlich negativer betrachtet habe. Hätte man hingegen in all diesen Punkten noch bessere Arbeit abgeliefert, würde ich hier vermutlich vom „perfekten“ Spiel schwärmen, wenn es so etwas denn überhaupt jemals geben kann.
Persönliche Anmerkungen:Normalerweise bin ich ja absolut kein Fan von Shootern. Die wenigen Titel aus diesem Genre, die mich dann wirklich reizen, müssen entweder eine tolle Geschichte oder wenigstens eine beeindruckende Atmosphäre haben.
Mit beliebten Spielen dieses Genres wie beispielsweise „Gears of War“, „Halo“, „Killzone“, „Call of Duty“ & Co. kann man mich ernsthaft jagen.
Doch „BioShock“, „Crysis“ und eben dieses „Far Cry 3“ können mich nicht nur vor den Bildschirm locken, sondern auch an diesen regelrecht fesseln.
Da ich weder die beiden Vorgänger kannte, noch irgendeinen Trailer oder ähnliches vorab gesehen habe, war es für mich zugegebenermaßen schon ein Risiko, in den Laden zu gehen und den Vollpreis nach Release dafür zu zahlen.
Das ist bei mir eigentlich absolut unüblich, denn 50-70 Euro sind mir normalerweise nur Spiele wert, auf dessen Erscheinen ich schon sehr lange Zeit hingefiebert habe und wo ich es gar nicht mehr erwarten kann, es endlich in den Händen zu halten und den Datenträger in meine Konsole zu stecken.
Daher kann ich rückblickend sagen, dass mein Mut belohnt wurde und dieses Spiel für mich zu den wenigen positiven Überraschungen gehört, die ich tatsächlich an zwei Händen abzählen kann und das obwohl sich in meinem bisherigen Leben bereits einige Hundert Spiele den Weg auf meinen Bildschirm gebahnt haben.
„Far Cry 3“ gehört für mich nicht nur zu den besten Spielen des Jahres 2012, sondern es nimmt auch in der Liste meiner ewigen Favoriten eine richtig gute Platzierung ein.
Natürlich ist es letzten Endes wie so immer im Leben alles eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber für mich ist der dritte Teil mit riesengroßem Abstand der beste der bisher dreiteiligen Reihe. Ich hoffe, das noch weitere folgen werden und man sich in wenigstens einem davon an Teil 3 orientieren wird. Denn dessen Setting macht für mich „Far Cry“ erst spielenswert.
Auch wenn das Spiel wie bereits erwähnt manch kleine Schwäche hat, ist es für mich wahrlich nicht weit von der Perfektion entfernt. Es hat eigentlich alles, was ich mir für ein gutes Videospiel wünsche: Jede Menge Action, eine interessante Geschichte, eine tolle Atmosphäre, eine gute Grafik und auch einige Abwechslung, so dass in mir nie Langeweile aufzukommen drohte.
Das Spiel hat mich von Beginn an gefesselt und ich konnte es schon auf der Arbeit kaum noch aushalten und wollte nur noch endlich nach Hause und wieder in diese faszinierende Welt eintauchen.
Beim Aktivieren der Funktürme hatte ich übrigens teilweise echt ein leichtes Schwindelgefühl und habe nur noch gehofft, dass ich nicht plötzlich einen falschen Schritt mache und abstürze. Da ich eigentlich schwindelfrei bin, ist das umso erstaunlicher und ich finde es toll, wenn das Spielerlebnis derart authentisch anmutet und gewisse Situationen einen tatsächlich belasten können, in welcher Art auch immer. Ich glaube sogar, dass Menschen, die wirklich Probleme mit der Höhe haben, möglicherweise trotz der daraus resultierenden Nachteile auf das Aktivieren von Funktürmen verzichten könnten.
Hinweis
Rechtschreibung und Grammatik wie immer ohne Gewähr. 