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WTM => WTM Hobby => Videospiele => Topic started by: LordOzma on 13. Dec. 2013, 12:00:10

Title: Persona 3: FES (PlayStation 2)
Post by: LordOzma on 13. Dec. 2013, 12:00:10
„Willkommen im Samtblauen Raum.“ – Igor, Herr des Samtblauen Raums

Titel: Persona 3: FES
System: PlayStation 2
Entwickler: Atlus/Koei (Hrsg.)
Altersfreigabe: Ab 16

Cover der PAL-Version (http://img.neoseeker.com/boxview.php?iid=31199&eid=44894&type=front), dank Neoseeker. (externer Link)

Du reist nach Tatsumi Port Island, um dort auf eine neue Schule zu gehen. Mal abgesehen von dem merkwürdigen Vertrag, den du unterzeichnet hast, und dem Traum mit dem Aufzug nach Nirgendwo scheint die Stadt ganz nett zu sein. Zwei Tage nach deiner Ankunft passiert merkwürdiges: mitten in der Nacht erscheint ein Monster und greift das Wohnheim an. Aus einem Impuls heraus nimmst du eine Pistole, die keine ist, schießt dir in den Kopf und…ein anderes Monster erscheint, das erste zu bekämpfen. Danach fällst du in Ohnmacht.

Was klingt wie ein Horrorfilm auf LSD ist in Wirklichkeit die erste Dreiviertelstunde von Persona 3: FES, einem Rollenspiel der anderen Art. Man steuert den Protagonisten durch ein Jahr seines Lebens, und rettet die Welt. Der Protagonist und die anderen Teammitglieder sind Teil einer Sondereinsatztruppe, die Monster bekämpfen soll. Sie tun dies, indem sie eigene Monster, die Personae, beschwören. Dadurch erhalten sie Zugang zu Magie und starken Angriffen. Es artet zu einer Verschwörung hinaus, in der man auch gegen andere Persona-User kämpfen muss.

Das Spiel basiert zum Teil auf Mythologie und der Jung’schen Tiefenpsychologie. Personae werden als Manifestierung des Unterbewusstseins erklärt, welche als Reaktion auf Einflüsse von Außen entstehen (siehe auch:  http://de.wikipedia.org/wiki/Persona (http://de.wikipedia.org/wiki/Persona). Die Personae des Teams entsprechen Figuren aus der griechischen bzw. ägyptischen Mythologie. Auch das Tarot spielt eine Rolle, insbesondere 22 Hauptarkana des Tarotblatts.

Zwei Modi

Das Spiel unterscheidet zwischen zwei Modi: dem Tag-Modus und der „Finsteren Stunde“ (Dark Hour), in der man im Dungeon Feinde erlegt, Geld verdient, und levelt. Der Tag-Modus besteht aus Schulalltag, Ausrüstung kaufen, und natürlich dem Sicherstellen von mächtigeren Personae durch Freundschaft. Ja.

Stärkere Personae sind über ein Fusions-System zu bekommen. Es hängt mit Social Links, also Freundschaften, zusammen. Mehrere NSCs im Spiel können zu S-Links gemacht werden. Personae, die diesen S-Links entsprechen, bekommen bei der Fusion mehr Kräfte. Fusionen sind der einzig sinnvolle Weg, Personae für die Bossgegner zu bekommen. S-Links und Persona-Fusionen sind allerdings nicht gerade intuitiv. Es wird daher empfohlen, einen Leitfaden zu verwenden. Selbst Atlus, die Entwickler, schlagen das vor.

Kampfsteuerung

Die Kämpfe in Tartatus, dem hiesigen Dungeon, sind alles andere als ein Zuckerschlecken. Man muss ständig darauf achten, dass man seine elementaren Schwachstellen im Blick hat. Das Spiel verwendet das sogenannte „One More!“-System, wobei jeder erfolgreiche Volltreffer eine weitere Aktion erlaubt. Dies gilt sowohl für die Helden als auch für die Feinde. In den Kämpfen erhält man, wie erwartet, Erfahrungspunkte, die das Team stärker machen. Man sollte mindestens dreimal pro In-game-Woche nach Tartarus, um zu leveln und Geld zu scheffeln.

Alle paar Ebenen gibt es einen Zwischenboss, der zu besiegen ist. Die meisten sind brutal oder basieren auf einer unfairen Taktik, die strategisches Denken und einiges ausprobieren erfordert. Diese „Guardians“, Wächter, sind zumeist viel schwieriger als die normalen Vollmondgegner.

Ein weiteres unfaires Manko des Spiels ist, dass nur der Protagonist in Kämpfen direkt gesteuert wird. Die Teammitglieder werden nur indirekt durch die KI gesteuert, in dem man ihnen Rollen zuweist (als Heiler, Verstärker, rein physischer Angriff, etc.). Neuere werden nach einem Vollmondboss freigeschaltet.

An jedem Vollmond muss einer von 12 Gegnern besiegt werden. Dies treibt die Geschichte voran. Das leveln in Tartarus dient der Stärkung vor dem Bosskampf. Die Bosskämpfe sind zum Teil deutlich einfacher als die Tartarus-Wächter.

Gesamteindruck

Das Spiel hat durchaus seinen Charme, wenn man von einigen Stimmtalenten mal absieht (Fuuka’s Synchronstimme ist ziemlich schlecht). Auch die nicht vorhandene Direktsteuerung der Teammitglieder sorgt für Schwierigkeiten, doch das kann man mit einem guten Leitfaden aus dem Internet wettmachen.

Die Musik ist entsprechend atmosphärisch. Die Bossmelodien haben die Tendenz, sich im Kopf festzusetzen, insbesondere die Musik des Endgegners. Wie so häufig sind auch Soundtracks zu diesem Spiel erschienen, die allerdings nur über den Online-Versand nach Deutschland zu holen sind.

Für die PlayStation Portable wurde das Spiel leicht abgeändert herausgebracht. Unter anderem sind in Persona 3 Portable die Videosequenzen entfernt und durch Standbilder ersetzt worden. Auch die Oberfläche außerhalb des Dungeons wurde durch eine stark vereinfachte Form ersetzt. Dies ist auf Hardwareseitige Einschränkungen und Platzmangel auf der Disc zurückzuführen. Als Ausgleich erhält man die Möglichkeit, seine Gefährten direkt zu steuern (aus Persona 4 übernommen) und die Wahl einer weiblichen Hauptfigur als eine Art „Was-wäre-wenn“-Szenario. Bei der Protagonistin ändern sich einige der S-Links und es öffnen sich neue Dialogmöglichkeiten. P3P ist auch über den Download-Shop der PSP erhältlich, man muss also nicht die Disc-Version irgendwo in Großbritannien aufstöbern.

Ich persönlich würde das Spiel durchaus anderen empfehlen, sofern sie denn der englischen Sprache mächtig sind. Die Persona-Spiele gibt es nämlich leider nur auf Englisch.

Der Anhang enthält ein modifiziertes Front-Cover der japansichen Version.