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WTM => WTM Hobby => Videospiele => Topic started by: LordOzma on 18. Nov. 2013, 12:53:01

Title: Warum Spiele heute günstiger sind als damals
Post by: LordOzma on 18. Nov. 2013, 12:53:01
Man hört ja immer wieder von manchen Nicht-Gamern, das Leute ihr Geld doch für was sinnvolleres Ausgeben sollen, da Spiele überteuert sind. Nun ja. Die Kollegen von ArsTechnica haben dazu mal was zusammengestellt. Hier die Übersetzung.

Warum Konsolenspiele noch nie so günstig waren

Von Kyle Orland und Jonathan Gitlin, ArsTechnica. Übersetzt von Stefan Brederecke

(http://farm3.staticflickr.com/2377/2754920781_96923309ed_d.jpg)
flickr-Photo, user: npzo (http://www.flickr.com/photos/29474962@N04/2754920781/sizes/m/in/photolist-5crFYa-5d9QLz-5mJUv3-5wiaH6-5N1SyS-5WngVM-5WrxEq-5WrxS7-62d5J2-64HHuG-67yvc3-691WWp-6968XG-6hrryv-6htNka-6jayWX-6zrEyV-6zrFdH-6zrFMz-6zvKV5-6zvLw9-6zvMK9-6M9YCw-6Pzkat-6TVRqZ-6VJpYy-6VJueo-6X8eLt-6Xf7rE-74xn9D-74xnJn-74xp8p-74xpV8-74xtvt-74xuez-74xx6c-74xywR-74xzhB-74xA66-74xARv-74xBxD-74xF58-74xH8v-74Bfv7-74Bg7G-74Bi2u-74BkdN-74BkWC-74BmEY-74Bnmj-74Bpwb/)

Wer nachforscht wird sehen, dass die neuen Konsolen von Sony und Microsoft gut im Preis liegen, wenn man mit älteren Konsolen vergleicht und diese Preise für Inflation anpasst. Allerdings ist der ausschlaggebende Faktor nicht nur die Hardware, auch die Software, sprich die Spiele, sind der wichtige Faktor (zusätzlich zu Ersatzteilen wie Festplatten oder Controllern, oder Online-Diensten). Einige Leser haben ArsTechnica gebeten, sich mal die Preisentwicklung für Konsolenspiele anzusehen und zu analysieren.

Das ist schwieriger, als es aussieht. Die Konsolenhersteller geben keine festen Preisen für die Spiele vor, die Preise hängen von Genre, Entwickler, Herausgeber, System, Format, etc. Zudem werden Spiele schon nach kurzer Zeit im Preis reduziert, wenn sie älter werden, also hat man oft die Chance, Spiele zu Ladenhüterpreisen zu bekommen.

Um diese Faktoren einzuberechnen, haben wir einen repräsentativen „Korb“ an Spielen in einer durchwachsenen Mischung an Genres zu erstellen, für jedes Jahr, für das wir zuverlässige Daten bekommen konnten (lose definierte Liste: Rollenspiel, Action, Abenteuer, Prügelspiel, Rennspiel, Shooter, Sport und „Anderes“/Indie). Für jedes Genre errechneten wir einen Durchschnittspreis, basierend auf dem teuersten und dem niedrigsten Preis im Korb. Wir beschränkten uns auf Spiele, die nur in ihrem Erscheinungsjahr im Angebot waren. Rohdaten und Preisquellen sind in diesem Google-Spreadsheet (https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0AsyjaWs7ZqScdHczWEhWclJScF9Sb0xKX0JNaDkwMkE&usp=sharing) zu finden.

Trotz allem ist die Analyse nicht perfekt. Die Anzahl der Werbeaktionen in vielen Fällen eher dürftig. Zudem ist das Rumshoppen für niedrigere Preise und eventuelle individuelle Preiserhöhungen für einzelne Verkaufsstellen nicht mit einbezogen. Zu allem Überfluss haben wir Download-Titel (Xbox Live Arcade, PlayStation Network, WiiWare) für die letzten Jahre nicht einbezogen; es handelt sich hier nur um Datenträger-Spiele.

Dennoch haben wir interessantes entdeckt: Spiele heute sind deutlich günstiger als damals, Dollar für Dollar. Heutzutage können Ladenpreise ungefähr $10 über der UVP liegen, ohne als wirklich überteuert zu gelten. Obwohl die Entwicklungskosten viel höher sind.

Die Modul-Ära
(http://cdn.arstechnica.net/wp-content/uploads/2013/06/Average-price-for-new-games-carts.png)
Durchschnittliche Preise neuer Konsolenspiele, angepasst für Inflation, von Jonathan Gitlin, ArsTechnica.

Im Jahre 1982 würde eine Ausgabe von Activision’s Tennis laut dem Sears-Katalog $19,99 kosten. Das klingt zwar eigentlich nach einem günstigen Preis, doch in 2013-Dollarn wären das $48,18, Am anderen Ende des Spektrums liegt zum Beispiel B-17 Bomber für Intellivision, mit Intellivoice-Unterstützung. Preis 1982: $39,99. Das wäre heute als Neupreis $96,38. Damals waren Spiele echt teuer.

In der moderneren 8-Bit-Ära lagen die Preise stabil. Zwar waren NES-Titel durchschnittlich etwas teurer als Atari-Module es vor sechs Jahren waren, doch die angepassten Preise blieben im Bereich zwischen $60 bis $80 (2013-Geld), mit einigen kleineren Ausnahmen.

Als die 16-Bit-Generation begann, zogen die Preise an. Module für Super Nintendo und MegaDrive hatten größere ROM-Speichersteine, die teurer waren, und der Preis wurde an den Kunden weitergegeben. 1990 kostete eine Ausgabe von Strider für die damals noch neue MegaDrive $67,95. Damals schon teuer, wäre das heute ein Preis von $120,95. 1992 verlangten Läden $69,99 für Spiele mit hoher Nachfrage, wie Final Fantasy 3 oder Street Fighter 2. Angepasster Preis heute: $166,18. Das treibt einem das Wasser in die Augen. [Und dem Übersetzer den Arsch auf Grundeis.]

Das Jahr 1996 war relativ günstig, da die Händler die Preise für nun-veraltete 16-Bit-Spiele senkten und krampfhaft versuchten, Spiele für versagte Konsolen wie das 32X, die Atari Jaguar oder den VirtualBoy loszuwerden. 1997 zwangen die hohen Kosten für N64-Module die Preise wieder in die Höhe. Auch die letzten SNES-Spiele verlangten hohe Preise: Toy Story (SNES) wechselte für $79,99 den Besitzer und war das teuerste Spiel, das wir gefunden haben.

Im Jahr 2000 hatten Module ihr letztes Aufbäumen, als die letzten paar N64-Spiele vertickt wurden. Die hohen ROM-Kosten erlaubten nicht wirklich große Preissenkungen. Wal-mart wollte $79,97 für eine N64-Ausgabe von Castlevania: Legacy of Darkness zu einem Zeitpunkt, wo brandneue PlayStation 2-Spiele für $50 verkauft wurden. Da hatte Nintendo ganz klar aufs falsche Pferd gesetzt.

Die Disc-Ära
(http://cdn.arstechnica.net/wp-content/uploads/2013/06/Average-price-for-new-games-discs.png)
Durchschnittliche Preise neuer Konsolenspiele, angepasst für Inflation, von Jonathan Gitlin, ArsTechnica.

Zu Anfang der CD-Ära brachte noch nicht so schnell Kostensenkungen für den Endkunden. Neue PlayStation- oder Saturn-Spiele kosteten damals rund $59,99 (zeitgenössischer Preis). Manche Titel, wie Virtua Fighter 2, kletterten sogar auf $69,99 (Heute: $103,59). Niedrigere Herstellungskosten brachten die Preise jedoch recht schnell runter, und 1997 lagen die meisten Titel bei rund $49,99 (immer noch über $70 heute, allerdings).

Der durchschnittliche Preis lag 2003 bei $40 bis $50 Dollar, was heißt, dass die Inflation langsam die reellen Kosten wegfraß. 2006 zwangen die Einführungen der Xbox 360 und PlayStation 3 die Preise auf $59,99 hoch, aber der Effekt der Inflation bewirkte, dass die echten Kosten eher bei $49,99 lagen, wie in 1997. Und es wurde immer leichter, bereits im Erscheinungsjahr runtergesetzte Spiele zu finden, als die Händler Platz für immer neue Titel zu machen.

Der reelle Preis für neue, Disc-basierte Spiele hat sich in den letzten 10 Jahren kaum verändert. Der Preis liegt im Schnitt bei $60 für neu, $40 bis $50 für vergünstigte und Low-Budget-Titel. Auch wenn man die Preise an Inflation anpasst, ist das viel weniger als man noch in den besten Tagen der Modul-Ära bezahlte. Man fand einfach keine Spiele damals für den Gegenwert von $60 heutigen Geldes (welches damals $37 war).

Allerdings sind Download-Spiele noch günstiger. Sofern es nicht einfach nur eine Digital-Version eines Disc-Spiels ist, findet man die meisten für unter $20. Das meiste sind die Kosten für Herstellung, Versand und Handel, welche natürlich wegfallen, aber Download-Titel sind meistens kürzer und weniger aufwendig (obwohl sich auch hier Ausnahmen finden, wie z.B. State of Decay).

Der Großteil des Preisunterschieds ist jedoch, dass der Handel schlicht nicht nachkommt. Durch die Verbreitung von Breitband-Internet und der Konkurrenz der Nur-Download-Titel könnte jedoch der Handel gezwungen werden, endlich die Preise anzupassen. Es könnte jedoch auch passieren, dass große Ketten wie Gamestop und die Herausgeber selber die Preise noch anziehen lassen, um irgendwie die stetig steigenden Entwicklungskosten zu decken.

Wie dem auch sei, man sollte immer dieses Bedenken: ein $59,99 teures Spiel im Jahre 2023 ist wesentlich günstiger als das $59,99-Spiel von jetzt.

Quelle: http://arstechnica.com/gaming/2013/06/why-retail-console-games-have-never-been-cheaper-historically/
Title: Antw:Warum Spiele heute günstiger sind als damals
Post by: nirby on 18. Nov. 2013, 14:24:17
Da habe ich genau das passende Diagramm zu! (besser als deine, weil bunter). Ich muss jetzt erst nur die Datei auf meinem Handy finden. Kann sich nur noch um Stunden und 25 Updates handeln XD

So, nach einiger Suche habe ich das Bild dann auch gefunden. Und dazu noch einen Grund meine Bilder mal wieder zu sortieren  8)
Das Bild bezieht sich auf die Kosten der Spielkonsolen in US$ einmal mit und einmal ohne Inflation. Ich finde, dass die beiden Diagramme einfach zu verstehen sind, obwohl in Englisch :)

(http://i216.photobucket.com/albums/cc29/MrKillerguitar/Qjm6Q5iRv0Snupwcnc5EPw2.jpg) (http://s216.photobucket.com/user/MrKillerguitar/media/Qjm6Q5iRv0Snupwcnc5EPw2.jpg.html)
(Anklicken zum Vergrößern)