Autor Thema: Warum wird auf einmal so viel über Nachhaltigkeit gesprochen?  (Gelesen 257 mal)

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WTM-Stöberwelten: Tauschen macht Spaß und Produkte "leben" länger.

Warum wird auf einmal so viel über Nachhaltigkeit gesprochen?

Professor Dr. Klaus Töpfer war einst geschätzter Umweltminister und
Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in
Nairobi. Er hatte bereits in den 1980er Jahren auf das Thema aufmerksam
gemacht. Doch erst viel später hat das Thema Eingang in den breiteren
gesellschaftlichen Diskurs gefunden.


Nachhaltigkeit war lange Zeit als ein rein ökologisches Thema besetzt. Viele erinnern
sich noch an den ersten großen Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro. Damals wurden
Ziele vereinbart, von denen man meinte, sie erreichen zu können. Zuletzt wurde 2015
in Paris mit großem Pomp verkündet, dass man jetzt endlich die Wende schaffen wolle.
Das 2 C°-Ziel wurde ausgerufen. Nun liegt ein neuer Bericht zur Biodiversität vor. Darin
heißt es, dass Jede zehnte Art auf dieser Erde vom Aussterben bedroht. Ein Ergebnis
mit genug Sprengkraft, um auch aus überzeugten Optimisten, Pessimisten zu machen.
Nachhaltigkeit geht anders.

WTM-nachhaltig: sozial, ökologisch, ökonomisch

Beim WTM hat man von Anfang an, das war vor 35 Jahren, bewusst auf Nachhaltigkeit
gesetzt, und zwar in allen Kernbereichen: sozial, ökologisch und ökonomisch. Das Soziale
wurde dabei explizit in der Vereinssatzung akzentuiert: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“
Die ca. 200 Stellen beim WTM werden zu einem Teil mit festen Sätzen über das Jobcenter
für Langzeitarbeitslose finanziert. Damit sind aber bei Weitem nicht alle Kosten gedeckt.
Die Organisationsform Verein mag darüber hinwegtäuschen, aber der WTM muss den
Überhang selber erwirtschaften. Das ist wie bei jeder größeren Unternehmung, Mal eine
kleinere, oft aber eine größere Herausforderung.

Hand-in-Hand

Das gelingt u.a. mit den derzeit vier „Stöber-Treffs“, den WTM-Sozialkaufhäusern
(ökonomisch nachhaltig) in Hannover. Dazu ist großes Engagement vieler Menschen
und die Treue aller Kundinnen und Kunden nötig. Diese finden beim WTM unter dem Motto
„Gebrauchtes neu erleben“ (ökologisch nachhaltig) hochwertige Waren zu günstigen Preisen.
Sie wissen, dass sie mit ihrem Einkauf auch die sozialen und ökologischen Ziele des WTM
unterstützen. Dieses Hand-in-Hand von Menschen mit unterschiedlichem finanziellem und
soziokulturellem Hintergrund ist Voraussetzung dafür, dass der WTM seine Ziele auch weiterhin
erreicht und noch vielen langzeitarbeitslosen Menschen neue Lebens- und Berufsperspektiven
geben kann.

Professor Dr. Klaus Töpfer schloss sich übrigens kürzlich im Deutschlandfunk der Meinung an,
die den ungezügelten Konsum als einen Haupttreiber der Umweltzerstörung identifiziert. Es sei
für eine Umkehr noch nicht zu spät, heißt es (wieder). Man müsse jetzt nur „unverzüglich und
entschlossen“ gegensteuern, so der Politiker. Alleine die Erfahrung mit Rio und Paris haben aber
gezeigt, dass man hierbei auf Politiker, Wissenschaftler und Konzerne nicht warten darf. Das wurde
von Kindern und Jugendlichen verstanden. Deswegen gibt es die „Fridays for Future“. Der WTM
könnte als „Blaupause“ für eine nachhaltige, also dauerhafte, Zukunft dienen.



« Letzte Änderung: 28. Jun. 2019, 09:09:16 von Redakteur »

Astrid

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Antw:Warum wird auf einmal so viel über Nachhaltigkeit gesprochen?
« Antwort #1 am: 12. Jul. 2019, 20:44:13 »
Hallo Redakteur,

dieser Artikel über die Nachhaltigkeit ist dir mal wieder gut gelungen, großes Lob!

Alle, die im WTM arbeiten oder gearbeitet haben können stolz sein, denn der WTM hatte bereits dann die Nachhaltigkeit auf der Agenda, als sich noch wenige darüber Gedanken gemacht haben!

Viele Grüße

Astrid
Carpe Diem! Forever Werk!

 

     
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