Autor Thema: Wer hat schon einmal eine so genannte "ABC-Messung" beim Jobcenter mitgemacht?  (Gelesen 4209 mal)

Helluo Librorum

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Was würdet ihr denken, wenn ihr heute im Briefkasten eine Einladung vom Jobcenter bekommt, wo ihr zur "ABC-Messung" eingeladen werdet?

Und wie würdet ihr reagieren? Vielleicht euren Schutzanzug und die Gasmaske aus dem Keller holen?

;D

P.S.: Ich weiß, was das ist, aber ich schreibe es bewusst mal nicht, um euren Phantasien freien Lauf zu lassen.
"Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill


Rubbel die Katz

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Was würdet ihr denken, wenn ihr heute im Briefkasten eine Einladung vom Jobcenter bekommt, wo ihr zur "ABC-Messung" eingeladen werdet?

Und wie würdet ihr reagieren? Vielleicht euren Schutzanzug und die Gasmaske aus dem Keller holen?

;D

P.S.: Ich weiß, was das ist, aber ich schreibe es bewusst mal nicht, um euren Phantasien freien Lauf zu lassen.

Atemschutzmaske oder wenn man alles hat: Persönliche Schutzausrüstung-Atemschutz mit Sauerstoffflasche ist man dann sogar ein Atem-Schutz-Geräteträger (AGt) ...  ;D ;D ;D ;D
« Letzte Änderung: 18. Feb. 2014, 18:03:39 von Rubbel die Katz »

Neugier

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Lasst Euch mal nicht verrückt machen, das ist ein Kompetenz-Test. Ich habe mich noch nicht damit beschäftigt. Allerdings habe ich das irgendwo letztes Jahr gelesen. Keine Ahnung was das sein soll. Jedenfalls hat das etwas mit einem Online-Fragebogen zu tun, ich glaube als Abschlusstest.


"Attitudes, Balance und Competences".
Einstellungen, Gleichgewicht, Kompetenzen.
Ich bin so wie ich bin, so isses!

Helluo Librorum

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Lasst Euch mal nicht verrückt machen, das ist ein Kompetenz-Test. Ich habe mich noch nicht damit beschäftigt. Allerdings habe ich das irgendwo letztes Jahr gelesen. Keine Ahnung was das sein soll. Jedenfalls hat das etwas mit einem Online-Fragebogen zu tun, ich glaube als Abschlusstest.


"Attitudes, Balance und Competences".
Einstellungen, Gleichgewicht, Kompetenzen.


Ich habe gestern in einem Hartz-IV-Forum zum ersten Mal darüber gelesen und fand es einerseits lustig, andererseits unglücklich gewählt.

Ja, da geht es um einen Test - mit etwa 240 (!!!) Fragen. Man kann ihn online machen und anfangs war er wohl noch freiwillig, jedoch habe ich gestern in einem Hartz-IV-Forum gelesen, dass wohl jemand dazu gezwungen wurde und das bedeutet für mich Sanktionen, wenn man sich dagegen weigert.

Hier ein Artikel zu der ABC-Messung:

Quelle

"In Diskussionen führe ich gern das Wort", "Ich mag Pflanzen", "Ich gehe Streit aus dem Weg": Sätze wie diese sind Teil eines Tests für Langzeitarbeitslose, den der Kreis Nordfriesland eingeführt hat.

Per Online-Fragebogen bewerten die Teilnehmer rund 240 Sätze mit "trifft zu" oder "trifft nicht zu". Eine Software erstellt auf dieser Basis ein persönliches Profil, das Aussagen über das emotionale Gleichgewicht, Stressfaktoren und soziale Kompetenzen macht.

Das 15-seitige Profil, das die Berater in den Sozialzentren Nordfrieslands bekommen, arbeitet mit den Farben Grün, Gelb und Blau. Interessant für das Beratungsgespräch ist vor allem alles Blaue. Denn Blau bedeutet: Hier ist was auffällig.
Die ABC-Messung

Eine vor 15 Jahren in den Niederlanden entwickelte psychologische Methode zum Erstellen von Persönlichkeitsprofilen.

ABC steht für Attitudes (Einstellungen), Balance (emotionales Gleichgewicht) und Competences (Kompetenzen).

In 20 deutschen Kreisen wird diese Methode mittlerweile eingesetzt, darunter Nordfriesland, Osnabrück, Verden und Emsland.

Auffällig kann sein, dass jemand seit Jahren arbeitslos ist und trotzdem keinerlei Zukunftsangst hat. Auffällig blau wird es auch dann, wenn sich aus den Antworten ergibt, dass sich der Getestete als Opfer der Umstände begreift und das Gefühl hat, seine Situation nicht aus eigener Kraft verändern zu können.

An solchen Punkten soll der Arbeitsvermittler im Gespräch mit dem Arbeitslosem anknüpfen und herausfinden, was dahintersteckt und was möglicherweise einer erfolgreichen Vermittlung in einen Job im Wege steht. "Der Test simuliert das Kennenlernen zweier Menschen", sagt Christoph Wesselmann, Geschäftsführer der niederländischen Unternehmensberatung, die den Test entwickelt hat.

So wisse der Vermittler schon vor dem Gespräch, wofür sich der Arbeitslose interessiert, ob er möglicherweise Probleme habe, sich einem Chef unterzuordnen, oder sich nach festen Strukturen sehnt und könne schneller zum Punkt kommen. "Aber es bedeutet erst mal mehr Arbeit, denn so ein Beratungsgespräch kann schon zwei Stunden dauern."

In Nordfriesland kümmern sich 50 Berater um jeweils 150 Langzeitarbeitslose. Mehr Personal wurde mit Einführung der Psycho-Software nicht eingestellt, die Mitarbeiter wurden lediglich in einer dreitägigen Schulung auf die neue Methode vorbereitet. Hinzu kommt, dass der Kreis sowieso 2,6 Millionen Euro weniger für die aktive Förderung von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung hat als vergangenes Jahr.

Rund 360 Langzeitarbeitslose haben in den sieben Sozialzentren Nordfrieslands bisher am Test teilgenommen. Freiwillig, wie Renate Fedde von der Kreisverwaltung betont. Es werden keine Leistungen gekürzt, wenn sich jemand gegen den Test entscheidet. "Aber wir halten die ABC-Methode für ein nützliches Instrument, um uns ein ganzheitliches Bild vom Menschen zu machen."

"Personenbezogene Daten dürfen nur dann erhoben werden, wenn es erforderlich ist", sagt Torsten Koop vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Ein Langzeitarbeitsloser aus Nordfriesland hat bereits Beschwerde beim Datenschützer eingelegt.

Die entscheidende Frage sei: Können die Berater in den Jobcentern ihre Arbeit nur mit den Daten aus dem Online-Test machen? Auf eine entsprechende Anfrage an den Kreis habe er bisher noch keine Antwort bekommen, sagt Koop.

Auch dass die niederländische Unternehmensberatung, die die Software für den Test stellt, die Testergebnisse zusammen mit den Namen der jeweiligen Arbeitslosen zwei Jahre lang speichert, findet Koop problematisch. Es müsse geklärt werden, ob dies rechtens sei, wie lange die Daten wo vorgehalten und ob überhaupt ein externes Unternehmen hätte beauftragt werden dürfen.

Problematisch schätzt Koop auch die Frage der Freiwilligkeit ein. Wenn sich tatsächlich herausstellen sollte, dass die Daten aus dem Test für die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen nicht erforderlich sind, dann dürfen sie auch nicht erhoben werden.

"Es spielt für den Gesetzgeber überhaupt keine Rolle, ob jemand vorher unterschrieben hat, dass er seine Daten freiwillig angibt", sagt Koop. "Man kann nicht freiwillig auf seine Rechte verzichten."


8)
« Letzte Änderung: 19. Feb. 2014, 10:08:51 von Helluo Librorum »
"Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill


Matt Broetchen

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Beim Bund 'ne ATN (Arbeitstechnischer Nachweis), beim JobCenter noch nicht. Als der Bücherwurm das Thema hier im Büro ansprach war es wie schon erwähnt einerseits ganz lustig, hat aber doch einen ernsten Hintergrund. Mein erster Gedanke war dann, es handele sich dabei um den Einstellungstest für die JobCenter Mitarbeiter. Damit würde dann nämlich jeder dritte wegen sozialer Inkompetenz seinen Platz räumen müssen.
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Neugier

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Also ich habe mich auch bemüht für Hannover Infos dafür zu  finden. Habe nichts gefunden außer einer Aussage, das das professionell gemacht wird und einen Bildungsgutschein erfordert.
Ob das nun wirklich so ist, kann ich nicht sagen, müsste man sich erkundigen wenn Interesse besteht.
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