Autor Thema: Viktor E. Frankl - … trotzdem Ja zum Leben sagen  (Gelesen 4549 mal)

Helluo Librorum

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Viktor E. Frankl - … trotzdem Ja zum Leben sagen
« am: 10. Okt. 2013, 13:32:54 »
Helluo Librorum präsentiert aus der Reihe "Bücher, die man gelesen haben muss":

Viktor E. Frankl - … trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager


Genre: Erfahrungen / Schicksal
Seiten: 192
Verlag: Kösel -Verlag
ISBN-10: 3466368596
ISBN-13: 978-3466368594

Link zur Leseprobe:

http://www.amazon.de/trotzdem-Leben-sagen-Konzentrationslager/dp/3466368596/ref=sr_1_64?s=books&ie=UTF8&qid=1381133192&sr=1-64#reader_3466368596

„Jedes Leben braucht einen Sinn, denn ohne ihn ist es kein Leben.“
(Viktor E. Frankl)

„Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzen Atemzug nicht nehmen kann, lässt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten.“
(Viktor E. Frankl)

„Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muss auch Leiden einen Sinn haben.“
(Viktor E. Frankl)

In Konzentrationslagern hatten die Häftlinge bekanntermaßen keine Namen, sondern sie waren nur Nummern. Nummern, die die Überlebenden dieser Lager mit Sicherheit bis an das Ende ihres Lebens nicht vergessen werden, es sei denn natürlich, sie bekommen Alzheimer.

Viktor E. Frankl war Häftling Nr. 119 104 im Konzentrationslager Auschwitz. Aber er war auch Psychologe und so beschloss er schnell, ein „Experiment“ zu starten und seine Zeit in diesem KZ vor allem aus der Sicht des Psychologen zu betrachten. Anschließend würde Frankl, so war bereits damals der Plan, seinen Erfahrungsbericht als Buch veröffentlichen.

Was dieses Buch so besonders macht ist in der Tat der Fakt, dass es nicht wie fast alle anderen aus der rein faktenbasierten Sicht erzählt wird. Der Autor erlebte die Schrecken des schlimmsten Konzentrationslagers am eigenen Leib und durch seine Kenntnisse als Psychologe konnte er zudem einige faszinierende Erkenntnisse gewinnen, die man so in keinem anderen Buch über das Leben in einem Konzentrationslager finden kann. Meiner persönlichen Meinung nach könnte also niemand anderes einen authentischeren und zugleich interessanteren Erfahrungsbericht verfassen wie Viktor E. Frankl.

Dadurch, dass er versucht hat, alles aus der Sicht des Psychologen zu sehen, ging Frankl als Beobachter bewusst auf Distanz und gewann diese, welch ein positiver Nebenaspekt, teilweise auch persönlich. Es war sicherlich auch von Vorteil dass er durch die berufliche Aufgabe, die er sich selbst gestellt hatte, die Tage im KZ möglichst sinnvoll gestalten und sich dadurch zumindest teilweise etwas ablenken konnte.

Der Erfahrungsbericht ist erstaunlich sachlich verfasst. Das Buch ist weder eine Anklageschrift, noch spürt man in den Zeilen des Autoren jeglichen Hass oder zumindest Selbstmitleid, obwohl man nur zu großes Verständnis dafür hätte, wenn er so empfinden würde und es auch in seinen Zeilen widergespiegelt wird. Nicht nur wegen dem, was Frankl selbst widerfahren ist, sondern weil auch seine Eltern, sein Bruder und seine Frau im Konzentrationslager ihr Leben lassen mussten.

Tatsächlich lehnt es der Autor sogar kategorisch ab, Menschen pauschal zu verurteilen. Durch eine augenscheinliche Trennung in „SS“ oder „KZ-Häftling“ alleine könne man noch längst kein sicheres Urteil über einen Menschen fällen, schreibt er voller Überzeugung.

Er ist auch der festen Meinung, dass derjenige, dem großes Unrecht widerfahren ist, für sich selbst nicht das Recht beanspruchen darf, anderen Unrecht zu tun und das man Hass nicht mit Hass vergelten soll.

Das Buch ist in drei Phasen unterteilt – die Ankunft im Bahnhof vor den Toren des KZ Auschwitz, die erste Selektion sowie die unterschiedlichen Reaktionen der Häftlinge beschreiben die erste Phase. Es folgen die detaillierte und zugleich faszinierende Beschreibung der Gewöhnung an das Alltagsleben im KZ sowie natürlich der Tag der Befreiung des KZ und wie man sich wieder mit dem „normalen“ Leben konfrontiert sah.

Während viele Häftlinge spätestens bei der Ankunft im KZ ihre letzte Hoffnung innerlich begruben, waren andere einfach neugierig und harrten der Dinge, die da kommen mögen. Mancher nahm es nach außen hin sogar mit Galgenhumor. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich eben auch deren Reaktionen und Verhaltensweisen.

Während mancher Freund oder Bekannter von Frankl direkt in die als Brausebad getarnte Gaskammer kam, gelang es ihm im Laufe der Zeit, eine Selektion nach der anderen zu überstehen.

Doch der Autor gibt auch offen zu, was wahrlich niemanden ob der Umstände verwundern darf, dass er sich sehr wohl mit dem Thema Selbstmord auseinandergesetzt hat. Doch bereits am ersten Tag im KZ hat sich Frankl selbst das Versprechen gegeben, nicht den „einfachen“ Ausweg des Freitodes zu wählen. Wie man diesem Buch unschwer entnehmen kann, hat er sein Versprechen nicht gebrochen. Der am häufigsten gewählte Weg, sich in dem KZ selbst das Leben zu nehmen, war es übrigens, mitten in den elektrischen Stacheldrahtzaun hineinzulaufen. So fanden nicht wenige ihr selbst gewähltes Ende und starben nicht durch die Hand feiger Nazischergen.

Schon nach recht kurzer Zeit hatten sich die Häftlinge an das Alltagsleben im KZ gewöhnt und stumpften sehr oft auch innerlich ab. Selbst neue Todesfälle unter den Mithäftlingen nahm man dann schon relativ gleichgültig zur Kenntnis.

Während die Häftlinge verständlicherweise keine oder zumindest nur sehr wenige Gedanken an Sex verschwendeten, schweiften die Gedanken neben denen an ihre Familie und Freunde vor allem um Sachen wie Essen, ein heißes Bad oder Zigaretten.  Vor allem „Essen“ war das Gesprächsthema Nr. 1 unter den Häftlingen.

Ein (für mich überraschender Fakt) der bisher sicherlich vielen unbekannt gewesen sein dürfte ist der, dass es auch verschiedenes Unterhaltungsprogramm gab, dass von KZ-Häftlingen inszeniert wurde. So gab es beispielsweise Musikalische Darbietungen, aber auch derer lyrische oder sogar Kabarettaufführungen.

Trotz mancher den Umständen entsprechend „glücklicher“ Momente überwog natürlich all das Negative, was in erster Linie ein Konzentrationslager ausmachte.  In diesen zeigten nicht wenige Menschen ihr hässlichstes Gesicht. Die Grausamkeit, die Unmenschlichkeit und vor allem die dabei nicht selten offen zur Schau getragene Freude darüber sind mit Worten eigentlich kaum fassbar. In diesem Zusammenhang ist es für mich auch besonders erschreckend, dass mancher KZ-Häftling (so genannte Capos: Häftlinge, die sich auf die Seite der Aufseher stellten) selbst zu Mittätern wurden und Gefallen daran fanden, ihre Mithäftlinge zu quälen.

Dabei war es häufig, wie Frankl bekennt, vor allem der blanke Hass, der ihnen als Jude, politischer Gegener oder sonstiger unerwünschter Person entgegengebracht wurde, der ihnen am meisten wehtat und nicht die eigentlichen körperlichen Schmerzen.

Frankl hatte beobachtet, dass die Häftlinge, die keinen Sinn mehr im Leben sahen, viel öfter und eher zugrunde gingen wie diejenigen, die durchaus noch fähig waren, einen Sinn im Leben zu sehen. Am besten sei es daher natürlich, wenn draußen etwas oder jemand auf einen wartete und man seine Kraft und den nötigen Überlebenswillen daraus ziehen konnte.

Der Autor erklärt auch, warum in der Regel eher die empfindsamen Menschen überlebt haben anstatt der von Natur aus robusten Menschen. Denn ersteren fällt es beispielsweise wesentlich leichter, sich in sich selbst zurückzuziehen, die Flucht vor der Realität anzutreten. Eine Fähigkeit, die unter diesen Umständen Leben retten konnte oder zumindest den KZ-Alltag erträglicher machte.

Frankl beobachtete nicht nur viele seiner Mithäftlinge dabei, wie sie begannen Selbstgespräche zu führen, sondern er selbst sprach zumindest in Gedanken mit seiner Frau, gab sich Tagträumen hin. Die Kraft der Liebe konnte einem in diesen Zeiten eben solche verleihen, wie er schnell erkannte.

Der Autor erklärt, welche Strategien man damals entwickeln konnte, um die Chancen zu erhöhen, sich nicht selbst zu verlieren. Dazu zählten beispielsweise die aufrichtige Hoffnung darauf, dass der Krieg schon bald ein Ende finden könnte und man befreit wird oder dass man eine bessere Arbeit zugeteilt bekommen würde. Unabdingbar sei es vor allem aber auch, zusammenzuhalten und die Kameradschaft unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.

Frankl erklärt, dass es natürlich ratsam war, nicht (negativ) aufzufallen, andererseits gab es aber auch verschiedene Gelegenheiten, sich mehr oder weniger nützlich oder sogar unentbehrlich zu machen. Er versuchte daher auch, sich vielerorts einzubringen, wichtig zu machen und möglichst auch beliebt. So hatte Frankl sogar ein offenes Ohr für die Probleme mancher KZ-Aufseher, vor allem aber natürlich für die Sorgen und Nöte seiner Mithäftlinge. Er wurde mehr und mehr der KZ-Psychologe und half zuletzt sogar als Stationsarzt bei der Behandlung gegen das Fleckfieber.

Der Autor beschreibt, wie er nach der Befreiung des Konzentrationslagers alles wie im Traum wahrnahm, als ob es völlig unwirklich wäre. Er war darüber hinaus nicht fähig, sich aufrichtig über die neu gewonnene Freiheit zu freuen.

Für mich ist dies ein Buch von enormer Bedeutung. Vor allem in den USA gehört es sogar zu den erfolgreichsten Büchern zum Thema „Nationalsozialismus“. Es gehört daher meiner Meinung nach in so gut wie jedes Bücherregal.

Wer der Meinung sein sollte, dass ein Buch dieser Art nur negativ behaftet sein kann, der irrt. Denn der Grundtenor ist unverkennbar positiver Art, was das Buch nur umso bedeutender und einzigartig macht.

Dies sind 200 Seiten, die einen nicht nur bewegen, sondern einen mitten ins Herz treffen. Man wird unweigerlich zum Nachdenken angeregt.

Es kann einem einfach nur den größten Respekt abverlangen, wenn man sieht, dass Menschen wie Viktor E. Frankl selbst unter diesen Umständen nicht aufgegeben haben. Da können sich viele Menschen, die wesentlich geringere Probleme haben, mehr als nur eine Scheibe davon abschneiden. Tatsächlich erkennt man schnell, wie klein die eigenen Probleme, Sorgen und Nöte doch sind, wenn man sie nur einmal mit den Schicksalen unzähliger Menschen aus der Zeit des Dritten Reiches vergleicht. Wenn es „nur“ noch um das eigene Überleben geht, begreift man zwangsläufig, auf was es im Leben wirklich ankommt. Das sollte man sich beim Lesen dieses Buches unbedingt einmal vor Augen führen, denn was wir betreiben kann man sehr wohl als „Meckern auf hohem Niveau“ bezeichnen. Wie viele Menschen im Ausland können beispielsweise nur davon träumen, dass es ihnen so gut geht wie unseren Empfängern von ALG II? Trotzdem könnte dieses Buch vielen Menschen Mut machen, die sich selbst in einer schlimmen Phase ihres Lebens, bzw. einer Situation, befinden. Es könnte also im wahrsten Sinne des Wortes auch Leben verändern.

Es ist eine (leider viel zu seltene) Gabe, selbst dem Schlechten noch etwas Gutes abgewinnen zu können. Doch so steigen die Chancen, dass man es aushält und am Ende überlebt. Selbst in den dunkelsten Stunden kann man noch Hoffnung schöpfen, wenn man denn nur will und es auch ernsthaft versucht.

Man kann sich, mit dem Wissen der heutigen Zeit, gar nicht vorstellen, wie man so etwas wie das Konzentrationslager Auschwitz überhaupt überleben konnte – körperlich wie geistig. Einige haben sicherlich mit der Zeit den Tod diesen Schrecken vorgezogen. Manchmal muss man wirklich mehr Mut aufbringen, um weiterzuleben als es Mut benötigt, den sicheren Tod zu wählen.

Was mag unter solchen Umständen wohl am schwersten gewogen haben? Die körperlichen Schmerzen? Die Qualen von Hunger und Durst? Oder die panische Angst, an solch einem Menschenverachtenden Ort elendig verenden zu müssen?

Es fällt einem schwer zu glauben, dass das eigene Leben selbst dann noch einen Sinn haben kann. Aber der Autor, dem all dies schreckliche widerfahren ist, belehrt uns Leser doch eines Besseren.

Eine Szene fand ich beim Lesen übrigens erschreckend wie bezeichnend zugleich. Eines Tages wurde Viktor E. Frankl Zeuge, wie zwei Brüder voneinander getrennt werden sollten. Da beide aber zusammen bleiben wollten, tauschte einer von ihnen mit einem anderen Häftling die Kleidung mit der aufgenähten Häftlingsnummer. „Im KZ war jeder nur eine Nummer. Wichtig war bloß, dass die Liste stimmte.“, schreibt Frankl in seinem Buch.

Hinweis

Rechtschreibung und Grammatik wie immer ohne Gewähr.
;)
« Letzte Änderung: 10. Okt. 2013, 13:45:31 von Helluo Librorum »
"Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill


Joe Cool

  • Gast
Antw:Viktor E. Frankl - … trotzdem Ja zum Leben sagen
« Antwort #1 am: 14. Okt. 2013, 10:11:20 »


Zitat:
„Meiner persönlichen Meinung nach könnte also niemand anderes einen authentischeren und zugleich interessanteren Erfahrungsbericht verfassen wie Viktor E. Frankl.“

Es gibt jede Menge von Erfahrungsberichten ehemaliger Konzentrationslager-Insassen. Warum sollte dieser Viktor E. Frankel die alleinige Wahrheit beanspruchen?

Zitat:
„Das Buch ist weder eine Anklageschrift, noch spürt man in den Zeilen des Autoren jeglichen Hass oder zumindest Selbstmitleid (…)Tatsächlich lehnt es der Autor sogar kategorisch ab, Menschen pauschal zu verurteilen. Durch eine augenscheinliche Trennung in „SS“ oder „KZ-Häftling“ alleine könne man noch längst kein sicheres Urteil über einen Menschen fällen, schreibt er voller Überzeugung.“

Wenn überhaupt jemand Gründe hätte, mit dem System der Konzentrationslager abzurechnen und dabei seinem Hass und seinem Selbstmitleid freien Lauf zu lassen, dann wohl die alten „Konzentrationäre“!

Zitat:
„Während die Häftlinge verständlicherweise keine oder zumindest nur sehr wenige Gedanken an Sex verschwendeten, schweiften die Gedanken neben denen an ihre Familie und Freunde vor allem um Sachen wie Essen, ein heißes Bad oder Zigaretten.“

Sex war auch im KL durchaus ein Thema- und die SS sorgte dafür, das diese Bedürfnisse auch bedient wurden: In den Lagerbordellen. Diese waren nicht ausschließlich für das SS-Personal eingerichtet, wie man glauben könnte, sondern für alle Inhaftierten. Die Frauen wurden zu diesen „Dienstleistungen“ natürlich gezwungen. Als Bezahlung diente in der Regel die „Lagerwährung“ Zigaretten, manchmal musste auch in barer Münze gezahlt werden. Die Häftlinge (die es sich leisten konnten) ließen sich dafür extra Geld von ihren Angehörigen ins Lager schmuggeln.
Auch brutale Vergewaltigungen und/oder Beziehungen zwischen Häftlingen waren an der Tagesordnung. Auch in den NS-Konzentrationslagern, wie in jedem Gefängnis, fand sich der „Querschnitt“ der Gesellschaft!

Zitat:
„Ein (für mich überraschender Fakt) der bisher sicherlich vielen unbekannt gewesen sein dürfte ist der, dass es auch verschiedenes Unterhaltungsprogramm gab, dass von KZ-Häftlingen inszeniert wurde. So gab es beispielsweise Musikalische Darbietungen, aber auch derer lyrische oder sogar Kabarettaufführungen.“

In den Lagern saßen Künstler aller bildenden Kunstrichtungen ein. Im „Vorzeigelager“ Theresienstadt beispielsweise, fast die gesamte Besetzung der Berliner Philharmoniker. Alles Juden. Das hat sich die SS natürlich zu Nutze gemacht und Aufführungen organisiert. Wie ließe sich den Delegationen des Internationalen Roten Kreuzes besser demonstrieren, wie gut es den Insassen deutscher Konzentrationslager geht, als durch qualitativ hochwertige Darbietungen klassischer Musik?
Die SS wäre natürlich nicht die SS wenn sie sich nicht benähme wie die SS! So ist aus Dachau bekannt, das der dortige Lagerkommandant regelmäßig einen Opernsänger auftreten ließ, wenn Häftlinge „über den Bock“* gingen! Die grausigen Schmerzensschreie hallten dann über den Appelplatz, während der Sänger eine Arie zum Besten gab!
(*Anm. der sog. „Bock“ war ein Lagerübliches Bestrafungsgerät, auf dem die Häftlinge bäuchlings festgeschnallt wurden. Dann wurden ihnen die Hosen heruntergezogen, um eine vorher festgelegte Anzahl von Hieben auf Rücken und Gesäß zu verabreichen. Die SS-Leute schlugen wahlweise mit langen Stöcken oder mit Weidenruten. In der Regel platzte die Haut auf und verursachte lange, tiefe Striemen, die nur schlecht heilten. Die so Gequälten mussten dabei unvorstellbare Schmerzen aushalten.)
Schauspieler nutzten die Gelegenheit und boten sich der SS an, indem sie Stücke improvisierten oder einfach rezitierten, was ihnen gerade einfiel- Oft spielten sie „um ihr Leben“. In einigen Lagern gab es auch Lagerkinos.

Zitat:
„Frankl erklärt, dass es natürlich ratsam war, nicht (negativ) aufzufallen, andererseits gab es aber auch verschiedene Gelegenheiten, sich mehr oder weniger nützlich oder sogar unentbehrlich zu machen.“

In den KL’s war es voll und ganz der Willkür der SS-Wachen oder Kapos geschuldet, wie die Häftlinge behandelt (sprich: bestraft) wurden. Alles, buchstäblich alles konnte Grund für eine Bestrafung und schwere körperliche Quälerei werden. Was „negativ“ war, bestimmten alleine die Schinder der SS!

Wer das System der SS, des Reichssicherheitshauptamtes und der Konzentrationslager verstehen will, dem sei das Buch „Der SS-Staat“ von Eugen Kogon ans Herz gelegt. Kogon war lange Jahre in Buchenwald inhaftiert und beschreibt dieses ganze, menschenfeindliche System mit verblüffender Detailkenntnis. Das Buch gibt es über Amazon neu für 5,50 Euro (+ 3,00 Euro Versand) bzw. 2,30 Euro gebraucht (+ 3,00 Euro Versand). Außerdem natürlich leihbar in der Stadtbibliothek! Das Buch lohnt sich wirklich!

 

     
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